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Die Künstlerin
KRAUTGARTEN 59
November 2011

TANJA MOSBLECH
Katalysatoren der Erinnerung



Foto: Tanja Mosblech



Wie hält man einen intimen Moment fest, wie speichert man seinen emotionalen Gehalt und ruft ihn über Assoziationen wieder hervor. Gerüche sollen wirksam sein, Geräusche und Klänge befördern die Erinnerung. Wort, Text und Tanz sind nicht die Mittel der malenden Zunft. Wie können Bilder Verständnishilfen für die Erinnerung sein? Sind sie Dokument oder Erfindung, erschaffen sie nur ein künstliches Surrogat? Zu Millionen geben Menschen ihre Erinnerung an ein technisches Gerät ab, das Fotos macht, die Momente festhalten sollen. Spurenelemente für die Selbstvergewisserung. Bieten Fotos eine bessere Erinnerung, als die Psyche? Erinnert man mit dem Verstand? Was weiß man von sich, von Menschen, die einem begegnen, von Umfeldern, in denen man sich aufhält? Man erfährt, was man ist, durch die Reaktion auf Menschen und Räume, durch Begegnung und Ausstattung, durch einen Vollzug in der Zeit. Was soll einem da ein Schnappschuss bieten? Anreize für die Erinnerung an fremde und eigene Erfahrung?
Was ist Erfahrung? Das Bewusstsein, abrufbare Erlebnisse zu besitzen und deren Verbindung mit Wechselwirkungen, Handlungsvollzügen und Emotionen? Welche Erfahrungen sind vermittelbar? Welche Erfahrungen sind durch ein Bild vermittelbar? Wieviel Inhalt braucht ein Bild?

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© KRAUTGARTEN
Letzte Änderung: 25.11.2011

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